Am Institut für Molekulare Medizin der Universität Ulm haben Forscher ein Protein entdeckt, das im Körper für die Beseitigung beschädigter Stammzellen verantwortlich ist. Bei zahlreichen Versuchen an Mäusen haben sie festgestellt, das Organe und Körperzellen, in denen dieses Protein kaum oder gar nicht vorhanden ist, eher von Tumoren und ähnlichen Zellschädigungen betroffen wurden und schneller alterten als andere, die einen normalen Anteil von Protein p53 im Zellgewebe aufwiesen.

Dieses körpereigene Eiweiß reinigt sozusagen den Körper von schadhaften Stammzellen, um die Erneuerung von Zellgewebe und die Funktion von Organen zu gewährleisten. Leider nimmt im Alter die Produktion von p53 ab, so dass dann nach und nach auch die Zellerneuerung nachlässt und die ersten alterstypischen Organschwächen und Zellveränderungen auftreten.

Wird es ein neues Wundermittel geben?

Die Forscher beginnen jetzt schon mit der Entwicklung von Substanzen, die die körpereigene Produktion von p53 im Alter erhöhen und damit den Alterungsprozess von Körpergewebe und Organen aufhalten können. Hierbei soll es jedoch nicht darum gehen, das Leben allgemein zu verlängern, sondern Krankheiten entgegenzuwirken, die durch schadhafte oder instabile Stammzellen entstehen. In erster Linie kann damit der Entstehung von Tumoren vorgebeugt werden und auch die körpereigene Abwehr und Bekämpfung von Tumoren gefördert werden. Die Funktion wichtiger Organe wie Herz, Leber, Niere, Darm, Magen und Blase bleibt damit auch im alter stabil und generell würde damit die Lebensqualität auch im hohen Alter um einiges erhöht werden. Auch die Gefahr, an Organversagen zu sterben, könnte dadurch in vielen Fällen verringert werden.

Wie lange es dauern wird, bis sich die Medizin einer Substanz bedienen kann, die die Produktion des Junghalte-Proteins p53 im menschlichen Körper erhöht, ist noch nicht abzusehen. Wahrscheinlich wird dies aber schneller gehen, als die Entwicklung von Verfahren zur Transplantation von induziert pluripotenten Stammzellen.