Geht mit der Glühbirne auch die Romantik verloren?
Energie sparen ist ja gut und schön, aber nicht um jeden Preis! Dass sich einige extra einen neuen Computer zusammenstellen, um etwas Strom zu sparen, ist ja neuerdings nichts ungewöhnliches mehr. Etwas konfuser wird das ganze dann, wenn man hört, dass einige Kosmetikstudios mit dauerhafte Haarentfernung Berlin werben und gleichzeitig ihre Haarentfernungsmethoden auf manuell umstellen wollen, damit die stromhungrigen Gerätschaften keine Energie mehr verbrauchen müssen… Aber einige Schlossherren beziehungsweise Betreiber von Historischen Bauten, Museen oder Bibliotheken in Europa denken da etwas in die verkehrte Richtung. Diese tauschten normale Glühbirnen gegen Energiesparlampen aus. Durch das kalte, bläulich scheinende Licht von LED-Lampen ginge die ganze Romantik in den prunkvollen Räumen dieser historischen Gebäude unter. Viele mit allem verschwenderischen Luxus verwöhnte Besitzer hochherrschaftlicher Gemäuer waren dereinst die ersten, die von Petroleum- oder Kerzenlicht auf elektrische Beleuchtung umgestiegen sind. So wurde vor ca. 100 Jahren unter Kaiser Franz Joseph das gesamte Schloss Schönbrunn in Wien mit fast 10.000 Glühbirnen elektrifiziert. Auch andere historische Prunkbauten von Lissabon bis Moskau und London bis Athen sahen sich damals bei der Ausstattung mit elektrischem Licht durch Glühbirnen nicht in Ihrem Schein getrübt. War es damals doch ein Zeichen des Fortschrittes, der ein großes Maß an Komfort mit sich brachte.
Doch wie soll man einen Schlossherren von der Nützlichkeit der Energiesparlampen überzeugen? Wer sich ein Schloss leisten kann, hat es meist gar nicht nötig zu sparen, und unterstützt auch den Umweltschutz mit viel imageträchtigeren Projekten als mit dem Einsatz von Energiesparlampen. Es passt irgendwie nicht zusammen, einen Kristalllüster mit Energiesparlampen zu bestücken, auch wenn sie speziell für diese antiken Leuchtkörper angefertigt werden. Inzwischen findet man im Handel zwar schon LED-Lampen und Leuchtstofflampen in verschiedenem Licht, doch kommen diese noch nicht an die warme Lichtqualität der Glühbirne heran.
Vielleicht könnte man für diese garantiert unter Denkmalschutz stehenden Zeitzeugen auch deren Beleuchtungsart unter Denkmalschutz stellen. Es ist sicher nicht nur im Sinne der Besitzer, Besucher und Nutzer historischer Gebäude, deren gesamte Ausstattung zu erhalten, sondern man könnte damit der wackeren Glühbirne eine letzte Zufluchtsstätte erhalten und ihr gleichzeitig ein würdiges Denkmal setzen. Und bis die letzte Glühbirne auf unserem Planeten ihren Geist aufgibt, haben es die Leuchtmittelhersteller wahrscheinlich geschafft, eine Energiesparlampe zu entwickeln, die genauso romantisch leuchtet wie die Glühlampen.
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